Digitale Transformation

 

Die wichtigsten Treiber für die Digitale Transformation

2. Die wichtigsten Treiber für die Digitale Transformation

Die Weltwirtschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Längst können sich die führenden Industrienationen nicht mehr auf ihre wirtschaftliche Position und bestehende Strukturen verlassen. Die Digitale Transformation ist nicht nur eine Option für Unternehmen, sie wird vielmehr durch vier wichtige Treiber massiv erzwungen. und damit zu einer unumgänglichen Tatsache und einem Muss.

Kontinentaldrift

BRIC-Staaten verdrängen Industrienationen

Big Data

Datenmassen müssen beherrscht werden

New Economy

Startup-Gründermentalität ist mehr denn je gefragt

Internet der Dinge

Ersatz der Computer durch selbstlernende Systeme

Kontinentaldrift

BRIC-Staaten und Next Eleven-Staaten

Die BRIC-Staaten machen es vor und die Next Eleven-Staaten sind noch agiler: Sie verdrängen als junge, innovative Länder führende Industrienationen wie die USA von ihren angestammten Plätzen, auch „Kontinentaldrift“ genannt. Realisiert wird dies durch das in diesen Staaten genutzte Potential der Digitalen Transformation. Gerade die junge Bevölkerung hat die Relevanz des digitalen Wandels erkannt und treibt die Entwicklung massiv voran. Nicht nur die Wirtschaft profitiert von diesem Fortschritt, er zeigt sich vielmehr in allen Lebensbereichen.

Ein Aufstieg von Schwellen- und Entwicklungsländer bedeutet gleichzeitig den Abstieg bereits führender Industrienationen. Europa schwächelt stark und bis 2050 wird es nur Deutschland möglich sein, sich in den Top 10 der wirtschaftsstärksten Nationen zu halten.

Indien etabliert sich immer weiter als Aufsteigernation

Viele indische Unternehmen haben schon par excellence ihre Prozesse und Strukturen digital transformiert. So verbuchen sie enorme Umsatzanstiege. Mit einem unternehmensweiten ERP und fortgeschrittenen Supply Chains verfeinerten sie sowohl den Sales-Bereich als auch Kundenprozesse. Ein B2B- und ein CRM-Portal optimierten zahlreiche weitere Prozesse. Zuletzt wurden sämtliche Bestellprozesse und Kundendaten zentralisiert. Sämtliche Prozesse der digital transformierten Firmen sind nun soweit optimiert, dass viel mehr Zeit bleibt, Leads und Conversion zu generieren. Indien wird daher ab 2050 als Ablöse der USA als zweitstärkste Wirtschaftsmacht gehandelt.

Diese Capability stand anderen Wettbewerbern der Industrie 3.0 nicht zur Verfügung und machte sie damit nicht mehr wettbewerbsfähig.

Aufstieg der Emerging Markets

China wird sich bis 2030 definitiv als führende Wirtschaftsmacht stabil etablieren – trotz starker Wachstumseinbußen aufgrund demografischen Wandels.

Voraussetzung für solche gewaltigen Aufstiege von Emerging Markets sind der weitere Ausbau von Verwaltungs- und Infrastruktur. Auch die politische Lage und die Garantie eines entsprechenden Bildungsniveaus spielt eine wichtige Rolle. Nur dann können sich diese Länder als ein potentieller Investitionsspot etablieren.

Digitale Geschwindigkeit in Zeiten rasanter Machtverschiebungen ist essentiell. Es wird ansonsten in Zukunft für die Industrienationen schwierig, an den Wachstumsaufschwung der Emerging Markets anzuknüpfen und von deren Wachstum zu profitieren.

Und eines ist außerdem klar:

Die Digitale Transformation wird unausweichlich aus dem treibenden Momentum des „Kontinentaldrifts“  hervorgehen. Es ist nicht mehr eine Frage des ob, sondern es wird und muss digitalisiert werden.

„In Europa sind viele Rahmenbedingungen noch immer viel zu versplittert. In den USA kann man in Kalifornien mit einem Pilotversuch in den Markt eintreten und ein Geschäftsmodell sehr rasch auf einen großen Markt ausrollen. In Europa müssen Sie in jedem Land neu antreten.“

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung, Robert Bosch GmbH

Big Data

Big Data - Verlustpotenzial

 

 

Aus "Big Data" wird "Smart Data"

Der zweite wichtige Treiber der Digitalen Transformation ist „Big Data“.

Mittlerweile gibt es weltweit Massen an Daten, Speicherkapazitäten werden immer preiswerter. Daten werden einfacher verarbeitet und analysiert. Das beinhaltet einen großen Mehrwert für die Weltwirtschaft. Die Daten können gezielt analysiert und extrahiert werden, um Kundenwünsche schnell zu erkennen und gezielt zu handeln – aus „Big Data“ wird „Smart Data“.

Deutschlands Branchen haben derzeit bei weitem noch nicht die benötigte Capability, um generierte Datenmassen optimal zu verwenden. In der Energietechnik z.B. besteht eine Durchdringungslücke von 28 Prozent. Das auf dem Präsentierteller ausgelegte Potential wird also nicht verwendet. Dies muss sich ändern! Deutschlands Industrie steht im Moment noch blendend da Verpasst man allerdings den Schritt zur Digitalen Transformation, werden die rosigen Zeiten abrupt ein Ende nehmen.

Beschleunigung von Arbeitsprozessen mit "Big Data"

In der Automobil- und Logistikbranche z.B. sind bis 2025 Einbußen von 350 Mrd. Euro in der Bruttowertschöpfung zu verzeichnen, sollte dem Digitalen Wandel nicht wirksam begegnet werden. Mehr Beweis braucht man nicht: Digitale Transformation muss für jedes Unternehmen auf der To-Do-Liste ganz oben stehen.

Mithilfe der effizienten Verwendung von „Big Data“ können Arbeitsprozesse beschleunigt, Qualität gesteigert, Kosten gesenkt und sowohl Transparenz als auch Sicherheit erhöht werden. Verfügt man allerdings nicht über die benötigten Skills zur Verarbeitung und Analyse von Massendaten, verlieren diese an Wert.

Veränderung der Organisationsstruktur notwendig

Zum einen sind Technologie und technische Mittel zur Wertgewinnung aus Big Data mehr als essentiell. Speichermöglichkeiten, Computer und innovative, analytische Software müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ein steter Innovationsdrang hat dabei höchste Priorität!

Zum anderen benötigen die Unternehmen viel Organisationstalent und eine Veränderung der Organisationsstruktur. Oft fehlt das Verständnis, wie man aus den gewonnenen Daten einen Mehrwert ziehen kann. Die Struktur von Workflows, die den Nutzen von Big Data optimieren, fehlt. Aber: Gerade durch eine optimierte Organisationsstruktur hebt man sich von seinen Wettbewerbern ab!

Potential der Digital Capacity

Die Möglichkeiten von „Big Data“ entwickeln sich durch Innovationen bei Technologien zur Strukturierung von Massendaten, Plattformen und analytischen Kapazitäten kontinuierlich weiter. Immer mehr Menschen führen durch den Gebrauch von elektronischen Geräten ein digitales Leben. Somit ist und wird auch in Zukunft die Datengewinnung ein Einfaches bleiben.

Die effiziente Verarbeitung und Anwendung von Daten führt gleichzeitig auch zu einer Möglichkeit, das Management zu verschlanken bzw. in Zukunft komplett zu ersetzen. Somit entstehen digitale Prozesse, die sich selbst reduzieren, unnötige Schritte aussparen und menschliches Einwirken minimieren.

Zu wenig Führungspersonal hat den großen Nutzen von „Big Data“ bisher wirklich realisiert. Investitionen zur Förderung der korrekten Datenanalyse werden gemieden. In der Cyber-Security-Thematik besteht ebenfalls große Unsicherheit. Aber: Das Potential der Digital Capacity übersteigt alle Risiken. Befasst man sich mit der „Big Data“-Thematik gewissenhaft, füllt man seine Durchdringungslücke, stellt andere Wettbewerber in den Schatten und entwickelt sich zu einer „data-driven competitve edge“.

New Economy

Neuer Rohstoff für Weltveränderungen sind Informationen und Daten

Als dritter Treiber für die Digitale Transformation fungiert die New Economy. Diese läutete die Ära des Digitalen Wandels in der Wirtschaft ein. Neben der auf Warenproduktion ausgerichteten Old Economy handelt(e) die New Economy mit (webbasierten) Dienstleistungen und Informationsverarbeitungen. Ein neuer Industriezweig war geboren!

Startup-Gründermentalität ist gefordert

Startup-Gründungen bringen nicht nur zahlreiche Innovationen an den Markt, sie schaffen auch Arbeitsplätze. Sie sind daher essentiell für die gesamte Wirtschaft.

Auch die Gründer selbst weisen wertvolle Eigenschaften auf, wie sie von der Wirtschaft in Zukunft benötigt werden. Systematische Vorgehensweise, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Passion und unermüdlicher Einsatz für das Business sind nur ein paar Merkmale, die die Startup-Gründermentalität ausmachen.

Der Startup-Gründer definiert als „Producer“ das Potential für effektive Wertschöpfung neu. Er legt eine komplett neue Perspektive an den Tag, die es ihm ermöglicht, gute Ideen in grandiose Geschäfte umzusetzen. Nicht nur unglaubliches Feingefühl für Maßstäbe der Kundenzufriedenheit, sondern auch der enorme Drang, noch nie getestete Ideen zu erkunden, zeichnet einen „Producer“ aus. Er ist risikofreudiger: Die Besorgnis, eine Chance zu verpassen, ist größer als die Angst vor dem Scheitern.

Deutschland fehlt es definitiv an ausreichender Startup-Gründermentalität. Das ist fatal, liegen doch hier ungenutzte Potentiale brach. Verschiedene Gründe werden angeführt: Die Arbeitsbelastung sei zu hoch und die Arbeitsplätze zu unsicher. Generell möchte man das Risiko, etwas Neues bzw. Innovatives zu beginnen, nicht auf sich nehmen.

Deutsche Großunternehmen neigen zur Trägheit, zum Bürokratismus und generell zur Skepsis gegenüber Innovationen. Was das zur Folge hat, zeigten die Beispiele Neckermann, Quelle oder Siemens Mobile: Keines der Unternehmen überstand den Digitalen Wandel, weil auf eine Digitale Transformation verzichtet wurde.

Was Deutschland jedoch braucht, sind junge, moderne Köpfe, die von Sinn für Struktur und von Verständnis für Digitale Transformation geprägt sind.

Neuerfindung etablierter Industrien

Alteingesessene Unternehmen werden durch die Digitale Transformation drastisch bedroht. Sie haben aber gleichzeitig die Chance, sich neu zu erfinden. Startups in der FinTech-/BioTech- oder HealthTech-Branche bedienen die modernen Kundenbedürfnisse weitaus besser.

Selbstverständlich stellt das eine große Bedrohung für old-structured companies dar. In den USA und Asien gibt es bereits Connections zwischen FinTech-Startups, sozialen Medien und etablierten Banken. Das führt zu einer Win-Win-Situation, der das Konzept von leistungsstarkem Onlineprozess und schlanker Gebührenstruktur zugrunde liegt.

Ausländische Investoren, wie China, Indien und starke Schwellenländer, agieren als potentielle Investoren und weisen höchste Nutzerzahlen bei mobilen Anwendungen auf. Digitale Transformation ist deswegen ein Muss!

CEO-Fluktuation als Chance

Junge, technikaffine Blue Chips sind gefragter denn je. BMW und Linde haben es vorgemacht – junge CEOs ersetzen alte. Durch gute Nachfolgeplanung, eine stabile Wirtschaft und eine gute Konjunktur können diese personellen Umwälzungen optimal vorgenommen werden. Aber warum wird ausgetauscht?

Unternehmen werden mit den Themen „Industrie 4.0“ und „Digitale Transformation“ ständig konfrontiert. Noch profitieren wir von einer starken Wirtschaft. Im Zuge von Industrie 4.0 werden jedoch schon anstehende Krisenszenarien prognostiziert. Viele Unternehmen führen zwar Projekte zur Digitalen Transformation durch, diese werden allerdings viel zu wenig reflektiert! Die Strategie bzw. ein konkreteres Konzept zur Realisierung fehlt oft.

Eine solche Strategie kann auch nur von einer Führung entwickelt werden, die das entsprechende DIGITAL KNOW-HOW besitzt. Eine klare „top-down“-Führung oder ein Chief Digital Officer ist nötig. Auch ein Recruitment aus aus branchenfremden Unternehmen mit digitalen Strategien wie SAP, HP oder Google, ist denkbar. Das Fachpersonal aus diesem Bereich kann die Digitale Transformation schneller und radikaler umsetzen. Nur so wird langfristig eine digitale Vorreiterrolle gesichert!

Internet der Dinge

Ersatz der Computer durch „intelligente Gegenstände“

Das Internet der Dinge (oder Internet of Things – IoT) bedeutet den Ersatz der Computer durch „intelligente Gegenstände“ und gilt damit als vierter wichtiger Treiber der Digitalen Transformation. Sowohl Verbraucher als auch die Geschäftswelt profitieren gleichermaßen, wenn sie diesem fortgeschrittenen Digitalen Wandel folgen.

Nach aktuellen Schätzungen werden bis 2022 ca. 14 Mrd. Geräte wie Sensoren, Sicherheitskameras, Fahrzeuge oder Produktionsmaschinen miteinander vernetzt sein. Alles kommuniziert selbständig mit dem Internet und erledigt auf effizienteste Weise verschiedene Aufgaben für seinen Besitzer.

Das IoT ermöglicht eine ständige Interaktion. Das garantiert für Privatnutzer eine höhere Lebensqualität, mehr Komfort, Sicherheit und Spaß. Auch die Unternehmen profitieren davon: Effizienzsteigerung, Kostensenkung und bessere Ressourcennutzung sind nur ein paar der Vorteile, die sich durch das Internet der Dinge ergeben.

Im IoT ist auch die Machine to Machine (M2M)-Funktion verankert. Diese wird um die erheblich mehrwertsteigernde Verbindung zwischen Dingen, Nutzern, Unternehmen und Partnern erweitert.

Digital Future für alle Branchen

Die Logistikbranche z.B. verwendet digitale Speicher in Paletten oder anderen Behältern. So können Informationen aus gespeicherten Daten mitgeliefert werden. Diese einzelnen „Dinge“ des ganzen Systems treffen ihre Entscheidungen höchst effizient und vor allem eigenständig. Bestellungen, die innerhalb von 24 Stunden geliefert werden oder besondere Details beinhalten sollen, fordern enorme Komplexität und Flexibilität  – genau hierfür steht das IoT. Intelligente Selbststeuerung von Dingen ist die Devise – dezentral, autonom und interagierend.

Ein weiteres Vorzeigeobjekt für das IoT ist z.B. Farming 4.0. Traktoren oder Gerätschaften führen nicht nur ihre Arbeit autonom aus. Sie analysieren gleichzeitig äußere Einflüsse und passen bspw. Düngungsmittel an.

Als Resultat wird ein unglaublicher Mehrwert erreicht. Der Zusammenfluss von Menschen, Prozessen, Daten und Dingen garantiert höhere Umsätze und geringere Kosten. Das IoT – Digitale Transformation in höchstem Maße – ist eine Welle weiteren, höchst interessanten Internetwachstums, welches die Welt zu einer effizienteren und damit besseren macht. Es ist die Revolution 4.0 – die Digital Future, die die Menschheit erwartet.

„You can’t win if you don’t play. As technology and connectedness accelerate the pace of determining the winners and losers, preparing for IoT is not a question of if, but of when.”

Joseph Bradley, General Manager and Senior Director, Cisco IBSG Global Research & Economics

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