Digitale Transformation

 

Digitale Vorreiter

Erfolgreiche Digitale Transformation - Von digitalen Vorreitern lernen

Die Analyse von Unternehmen in unterschiedlichen Branchen zeigt eindeutige Erfolgsmuster für eine gelungene Digitale Transformation. Erfolgreiche Unternehmen nutzen vier Hebel, um eine Steigerung der Wertschöpfung durch die Digitale Transformation zu erreichen: Digitaler Kundenzugang, Automation, Big Data, Vernetzung.

Hier gibt es  keine Pauschallösung und kein standardisiertes Vorgehen. Eines jedoch haben die digitalen Vorreiter gemeinsam: Eine integrierte digitale Gesamtstrategie. Die wird im Unternehmen erarbeitet,  an alle relevanten Bereiche kommuniziert und Top-Down getrieben. Denn die digitale Transformation ist Chefsache.

Vier Hebel zur Steigerung der Wertschöpfung

Digitaler Kundenzugang

Die konsequente Ausrichtung auf digitale Interaktionspunkte ermöglicht einen direkten und interaktiven Zugang zu Kunden. Dieser omnichannel-getriebene Ansatz bringt eine vollständige Transparenz und völlig neuartige Services. Kunden werden mit neuen und individuellen Kundenerlebnissen stärker gebunden und die Kundenzufriedenheit steigt signifikant.

 

Big Data

Die Erfassung digitaler Daten, deren Verarbeitung und die systematische Auswertung schaffen erst die Grundlage von präziseren Vorhersagen und besseren Entscheidungen. Dies ist allen digitalen Vorreitern gemeinsam – aus „Big Data“ machen sie „Smart Data“ und verschaffen sich so eine Pole-Position im Wettbewerb um Kunden.

Automation

Die Digitalisierung der Prozesse, die Befähigung der Mitarbeiter und die performance-orientierte Steuerung der Prozesse steigert die Produktivität, erhöht die Geschwindigkeit und reduziert die Kosten. Die intelligente Verknüpfung klassischer Technologien mit „künstlicher Intelligenz“ ist dabei der entscheidende Faktor für die Unternehmen, um selbst organisierte Systeme zu etablieren und eine Prozessoptimierung zu erreichen.

 

Vernetzung

Die digitale Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette synchronisiert Lieferketten, verkürzt Innovationszyklen und schafft lernende Systeme. Neue Entscheidungsprozesse, ein Wissenstransfer über die gesamte Organisationsstruktur hinweg und schnellere interne Kommunikationsprozesse sind die operativen Effekte. Neue Geschäftsmodelle entstehen, die entweder partiell oder vollständig digitalisiert sind.

Digitale Vorreiter

Procter & Gamble (Konsümgüter)

Procter & Gamble

 

Intimere Beziehung zu Kunden dank Digitaler Transformation

Robert McDonald ist CEO des Konsumgütergiganten P&G und verfolgt die Mission, sein Unternehmen zum weltweit technologischsten zu transformieren. Um dorthin zu gelangen, begutachtet McDonald die weitgefächerten Möglichkeiten, die jedem Bereich P&Gs zur Verfügung stehen, um sich digital zu transformieren. Angefangen in der FuE-Abteilung über die Supply Chain, die Produktion, die Vermarktung  von Produkten bis zur Interaktion mit Konsumenten. Der Wert, den er daraus zieht: Bessere Innovation, höhere Produktivität, niedrigere Kosten und das Versprechen eines schnelleren Unternehmenswachstums.

Die Philosophie P&Gs ist es, Leben zu berühren und zu verbessern. Durch die Digitale Transformation wird es P&G ermöglicht, eine intimere Beziehung zu seinen Kunden aufzubauen und gezielter auf deren Bedürfnisse einzugehen. Ein Beispiel, das McDonald nennt, ist das Feedback der Konsumenten, das maßgeblich vereinfacht wird. Früher mussten Briefe von Kunden gelesen und ausgewertet werden, heute läuft das Ganze viel einfacher über Blogs, Tweets und jegliche Social Media-Kanäle. Das eigens entwickelte System „Consumer Pulse“ ordnet die Kommentare nach Kategorien zu. Diese werden dann den entsprechenden Abteilungen zugewiesen. So kann in Echtzeit darauf reagiert werden.

Digitalisierung sämtlicher Arbeitsschritte

Auch auf dem Weg von der Produktionsstätte ins Regal werden durch die Digitale Transformation fast alle Schritte effizienter gestaltet. P&G digitalisiert sämtliche Arbeitsschritte – von den Produktionsmaschinen bis zu den Läden, wo Konsumenten ihre Produkte kaufen. McDonald sieht die Digitale Transformation als maßgeblichen Vorteil im Wettbewerb an.

In den Produktionsstätten bspw. kann über ein iPad nachvollzogen werden, in welcher Phase sich jedes einzelne Produkt befindet – und das in Echtzeit. Ein System soll entwickelt werden, das die aktuellen Kosten pro Produktstück in Echtzeit kalkuliert. So wird auch das komplette Finanzsystem digitalisiert und ist jederzeit auf aktuellstem Stand abrufbar.

In den Bereichen Transport und Logistik existiert bereits ein digitales System: Alle durchgeführten Transporte werden aufzeichnet. P&G ist in den USA die zweit- bzw. drittgrößte LKW-nutzende Firma. Überflüssige Transporte, die das System herausfiltert, werden eliminiert und sowohl Kosten als auch Kohlenstoffdioxidausstoß verringert.

 

Automatisierter Handel mit GDSN

Die Einführung des Systems GDSN (Global Data Synchronisation Network), das Handel auf eine vollkommen automatisierte Weise ermöglicht, optimierte den Austausch mit Händlern. Die Industriegesellschaft GS1 fand heraus, dass 70 Prozent der Bestellungen zwischen Händlern und Versorgern fehlerhaft sind – allerdings nicht mehr, wenn diese automatisiert ablaufen.

Auch stellt P&G für Händler in Entwicklungsmärkten Leistungsstandards über Applikationen zur Verfügung. Diese können mit Hilfe von Smartphones oder Computer eingesehen werden. So haben die Händler die Möglichkeit, ihre Arbeitsweise, Produktpräsentation etc. daran anzupassen und davon zu profitieren.

Gerade durch Programme, die Daten in Echtzeit auswerten, kann P&G Vorteile ausbauen. So findet jeden Montagmorgen ein globales Meeting aller Führungsteams statt – physisch und virtuell. Die Teilnehmer besprechen das Erarbeitete der letzten Woche und können digital alle Daten dazu einsehen. Das Live-Meeting ermöglicht P&G, schnell Kausalzusammenhänge zu finden, Entscheidungen zu treffen und sich vorwärts zu bewegen.

 

Risikomanagement für Konsumentendaten

Die Datenquelle trägt maßgeblich zur weiteren Kreation und Dynamik der Marke bei. Die Verwendung und Auswertung von Daten entwickelt sich für P&G zu einem großen Risikomanagement-Thema, da Konsumentendaten heiliges Gut für die Firma sind. Security steht hier an oberster Stelle. McDonald weiß, dass P&G nur zu einem weltweit führenden digitalen Unternehmen werden kann, wenn es auch Führer bei Datensicherheit und Privatsphäre ist.

Das notwendige digitale Know-How erreichte McDonald mit akquirierten Arbeitskräften, die Computer-Skills besaßen, sowie mit Kodieren und Programmieren vertraut waren. Speziell auf einzelne Abteilungen angepasste Trainingseinheiten steigerten die Kompetenz jeden Mitarbeiters, mit seinem digitalen System umzugehen. Diese Trainings für digitale Systeme werden über die gesamte Unternehmenshierarchie hinweg zur Verfügung gestellt.

Schlussendlich ist es für McDonald fundamental, dass kontinuierlich Innovationsideen der Firma hervorgebracht werden Diese Innovationen sind dabei immer mit Daten belegt.

Mercedes (Automobile)

 

Initiative "DigitalLife@Daimler" startete Digitale Transformation

Mercedes kann wahrhaftig als digitaler Vorreiter betitelt werden. Das schaffte Mercedes vor allem mit der Positionierung der Digitalisierung als zentrales Thema in allen Bereichen des Unternehmens. Dabei setzt gerade Mercedes-Benz auf allen Wertschöpfungsstufen ganzheitlich an.

Das gesamte Projekt „Digitale Transformation“ startete mit der Initiative „DigitalLife@Daimler“, das den Digitalen Wandel aktiv gestaltet hat. Das Ziel hierbei: Konkrete Maßnahmen und Strategien zu erarbeiten.

Die Digitalisierung an Kundenschnittstellen wurde zuerst ins Leben gerufen – das erfolgt noch heute durch „Mercedes me“, einer personalisierten Markenwelt. Über das Onlineportal ist Mercedes-Benz jederzeit erreichbar. Elektronische Terminvereinbarungen für den klassischen Kundendienst, individuelle Vernetzung mit dem eigenen Fahrzeug, abgestimmte Finanzdienstleistungen oder Mobilitätsdienstleistungen, wie car2go oder Informationen über jegliche Lifestyle-Aktivitäten sind nur ein paar der Angebote, die sich durch „Mercedes me“ eröffnen.

Dem Kunden steht auch ein Lifestyle-Konfigurator zur Verfügung, der auf Basis der individuellen Vorlieben für Reiseziele, Einrichtungen, Sportarten ein passendes Automobil vorschlägt. Dies sind wirklich Vorzeigemodelle, wie optimale Kundenbindung und Kundenzufriedenheit erreicht werden kann.

 

Digital Prototyping und Concept IAA

Bei „DigitalLife@Daimler“ nahm Mercedes als nächstes die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette in Angriff und erarbeitete auch ein komplett digitales Geschäftssystem. Im Bereich Forschung und Entwicklung konnte das „Digital Prototyping“ durch das Potential von „Big Data“ immer weiter ausgebaut werden. Computerdarstellungen mit bis zu 80 Millionen Elementen – 1970 waren es gerade mal etwa tausend – konnten mit steigender Tendenz erreicht werden.

Zudem kann durch Big Data viel effizienter produziert werden. Bevor ein Auto bei Mercedes nur in die Nähe eines Windkanals gebracht wird, hat es schon unzählige digitale Tests erfolgreich bestanden. Das Ziel ist hierbei eine intelligente Fertigung, die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und eine bessere Ergonomie für die Mitarbeiter auszeichnet.

Natürlich ist auch im Bereich Sales und Marketing bei Mercedes die Digitale Transformation integriert. Online-Stores und Multi-Touch-Screens verzahnen offline und online optimal – es wird eine Omnichannel-Präsenz geschaffen. Fakt ist, dass bei Mercedes bereits mehr als eine halbe Million Menschen über die globalen Social Media-Plattformen von Mercedes-Benz interagieren – das ist mehr als bei jedem anderen Automobilhersteller.

Mit dem „Concept IAA“ (Concept Intelligent Aerodynamic Automobile) zeigt Mercedes konkret auf, wie sich die Expansion von Tempo und Effizienz durch Digitale Transformation klar durch Zahlen belegen lässt. Mittlerweile wird für eine Designentwicklung, die früher zwei Jahre gedauert hat, nur noch elf Monate benötigt – man spricht von einer Entwicklung von zwei Autos in einem.

 

DigitalLife-Community und DigitalLife-Blog

Schließlich geht Mercedes auch intensiv auf die Befähigung von Mitarbeitern zur Digitalen Welt ein. Das Leitungsteam der Initiative „DigitalLife@Daimler“ setzt sich bewusst aus verschiedenen Abteilungen zusammen und verbindet verschiedene Hierarchieebenen. Der Austausch von Mitarbeitern wird hier groß geschrieben. So gibt es eine DigitalLife-Community und einen DigitalLife-Blog im Intranet des Unternehmens.

Außerdem bestehen sogenannte „Hackathons“, die Mitarbeiter dazu anregen sollen, Apps für das Unternehmen in kürzester Zeit zu entwickeln. So entstehen mehr unternehmensinterne Vernetzung undkürzere Kommunikationswege. Eine enge Verzahnung der Kreativität wird ebenfalls gefördert.

Abschließend kann man festhalten: Mercedes hat es geschafft, einen dauerhaften, bereichsübergreifenden und hierarchieunabhängigen Austausch über komplett digitale Kanäle zu schaffen. Außerdem: „Diese digitale Transformation ist bei uns in vollem Gange. Mercedes-Benz wandelt sich vom Automobilhersteller zum vernetzten Mobilitätsanbieter, wobei der Mensch – als Kunde und Mitarbeiter – immer im Mittelpunkt steht. Damit entwickeln wir das Unternehmen konsequent weiter und sichern unsere Zukunftsfähigkeit ab.“  - Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

 

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